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Gene Roddenberry

Voller Name: Eugene Wesley Roddenberry

Geb. 19. August 1921 in EI Paso, Texas;
gest. 24. Oktober 1991 in Santa Monica.


Gene Roddenberry wuchs in Los Angeles auf. Er brach ein Ingenieurstudium ab und trat 1941 in die U.S. Air Force ein, wo er zum Piloten ausgebildet wurde. Noch während seiner Zeit als Soldat begann er Geschichten und Gedichte zu verfassen, die er an verschiedene Zeitschriften, insbesondere Luftfahrtmagazine, und Zeitungen verkaufen konnte. Eine dieser Zeitungen war die New Y ork Times.
Obwohl Roddenberry Einsätze in GuadaIcanal fliegen mußte, überstand er den Zweiten Weltkrieg unversehrt. Nach dem Krieg arbeitete er kurzzeitig in Washington bei der Untersuchung von Flugzeugabstürzen mit, begann dann aber wieder zu fliegen, diesmal als Pilot der PanAm. Was sich im Krieg nicht ereignete, traf ihn als Zivilisten: Sein Flugzeug stürzte ab, doch er überlebte.
1949 verließ er PanAm und zog nach Los Angeles. Dort bewarb er sich erfolgreich beim L. A. Police Department und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zum Experten auf dem Gebiet des Drogenmißbrauchs. Er wurde Untersuchungsleiter des Los Angeles Office of Chief of Police und bereitete Reden für seinen Vorgesetzten Chief Parker vor. Dies geschah vor allem, weil Roddenberry nach wie vor Erzählungen verfaßte und so am besten das ausdrücken konnte, was Parker mitteilen wollte.
Er beschränkte sich aber nicht auf das Verfassen von Kurzgeschichten und Gedichten, sondern interessierte sich sehr für eine Karriere in dem noch im Aufbruch begriffenen Medium Fernsehen. 1951 verkaufte er bereits sein erstes Manuskript für die Krimiserie Dragnet, 1952 folgte das SF-Drehbuch »The Secret Defense of 117«, das später in der Reihe Chevron Theater gezeigt wurde.

Roddenberry hatte schnell gelernt, wie Drehbücher aufgebaut sein mußten, um Erfolg zu haben. Das zeigte allein die Tatsache, daß er immer neue Drehbücher unterbringen konnte. So schrieb er unter anderem für die Serien Dr. Kildare, Naked City und The U.S. Steel Hour. Diese eigentliche Nebenbeschäftigung wurde immer umfangreicher und brachte ihn 1953 zu der Erkenntnis, daß er in Anbetracht der bisherigen Erfolge seine Polizeiarbeit aufgeben mußte, um weiter erfolgreich zu sein. Nachdem er den Dienst quittiert hatte, wurde er Chefschreiber für die Westernserie Have Gun Will Travel.
Trotz dieser bis dahin positiven Bilanz war Roddenberry unzufrieden. Anstatt sich immer an den Vorgaben der jeweiligen Serien zu orientieren, für die er schrieb, schwebte ihm die Entwicklung einer eigenen Serie vor, in der er selbst die Rahmenbedingungen festlegen konnte. 1959 unternahm er einen ersten Versuch und produzierte den Pilotfilm zu 333 Montgomery Street, einer Anwaltsserie, in der ein Mann die Hauptrolle spielte, der in einer anderen Roddenberry-Serie berühmt werden sollte: DeForest Kelley. Der Pilotfilm fand aber keinen Anklang, und das Projekt ging nicht in Serie.
1963 war Roddenberry auch mit einer eigenen Serie endlich erfolgreich. MGM kaufte sein Konzept für The Lieutenant, eine Serie, zu der ihn seine Arbeit an der Serie The West Point Story inspiriert hatte.
Seine Idee war eine Story über die Marine in Friedenszeiten, während die meisten anderen Serien sich mit dem Militär im Krieg befaßten, nicht zuletzt auch aus dem Grund, daß die von den Zuschauern begehrte »Action« stets präsent war. MGM machte Roddenberry zum Ausführenden Produzenten seiner Serie, deren Hauptrollen mit Robert Vaughn und Gary Lockwood besetzt wurden. The Lieutenant hielt sich von September 1963 bis September 1964 im Programm.

Bei den Arbeiten zu The Lieutenant kam Roddenberry mit einem Großteil der Schauspieler in Kontakt, die er wenig später für seine nächste Serie - Star Trek - unter Vertrag nehmen sollte. Aber auch hinter der Kamera entstanden Kontakte, die im sonst so kurzlebigen und recht vergeßlichen Medium Fernsehen jahrzehntelang bestehen bleiben sollten, darunter auch mit Dorothy C. Fontana, die für ihn als Sekretärin arbeitete. Sie sollte bei Star Trek und Star Trek - The Next Generation noch enger mit Roddenberry zusammenarbeiten.
Als das Ende für The Lieutenant gekommen war, war MGM an weiteren Serienkonzepten von Roddenberry interessiert. Als er aber seine Idee für Star Trek vorlegte, die in groben Zügen eine Verlagerung des Pionierwesens aus den Gründerjahren der Vereinigten Staaten in die Zukunft und in den Weltraum darstellte, winkte MGM ab, da nach Meinung der Verantwortlichen das Konzept zuwenig Action versprach. Dabei hatte Roddenberry seine Serie sehr detailliert entworfen und war dabei von den gängigen SF-Handlungsmustern völlig abgewichen. Ihn interessierten keine bösartigen Invasoren und keine Raumschlachten um gefangene Prinzessinnen von fernen Welten; Roddenberry hatte sich eine positive Zukunft ausgedacht, in der der friedliche Kontakt mit anderen Intelligenzen gesucht wurde. Zwar gab es auch in seinem Entwurf die Bösen, aber sie waren eben nicht einfach nur böse, sondern sie hatten für jedermann nachvollziehbare Gründe für ihr Verhalten.
Interesse an seiner Serie zeigten im April 1964 die DESILU-Studios, deren einzige Produktion die überaus erfolgreiche Serie 1 Love Lucy war, von der die Existenz des Studios abhing. Roddenberry erhielt einen Dreijahresvertrag, der ihm die Produktion von Pilotfilmen für potentielle Serien ermöglichte.
Er legte sein Star Trek-Konzept vor, DESILU konnte NBC dazu bewegen, Roddenberry 20000 Dollar zur Verfügung zu stellen, damit er auf der Grundlage seines Konzepts drei Episodenvorlagen schreiben konnte, aus denen NBC eine aussuchen und verfilmen würde. Roddenberry holte sich Dorothy Fontana zur Unterstützung, und schon Ende Juni legte er die drei ausgearbeiteten Geschichten vor. NBC entschied sich für »The Cage«. Ende September legte Roddenberry das fertige Drehbuch vor. Er bekam grünes Licht für die Produktion und begab sich an die Arbeit.
Im Oktober 1964 begannen die Vorbereitungen für den Pilotfilm, im Februar 1965 konnte der fertiggestellte Film an NBC übergeben werden. In dieser relativ kurzen Zeit sprengte Roddenberry aber alle Vorgaben: Statt der üblichen 160000 bis 180000 Dollar kostete der Pilotfilm 630000 Dollar, die übliche Drehzeit von acht Tagen war auf zwölf Tage angewachsen, schließlich der Film mit 65 Minuten Laufzeit eine Viertelstunde zu lang. Um in das Halb- und Einstundenschema des USFernsehens zu passen, darf eine Serienepisode nur etwa 50 Minuten lang sein, um rund zehn Minuten Werbung beinhalten zu können. Bei einer Bruttolaufzeit von 90 Minuten ist ein Film etwa 75 Minuten lang. Roddenberrys 65minütiger Pilotfilm war aber für das eine Schema zu lang und für das andere zu kurz.

Zudem war NBC nicht so glücklich darüber, daß Roddenberry verschiedene Rassen nebeneinander agieren ließ, anstatt eine rein amerikanische Crew zusammenzustellen. Kritisiert wurde auch das Vorhandensein einer Frau auf der Brücke, die für den Geschmack von NBC und der Testzuschauer fehl am Platz war: Majel Barrett als Number One. Und der Vulkanier Spock war NBC ein besonderer Dorn im Au
ge, da er viel zu satanisch erschien. Zu allem Überfluß bezeichnete
NBC den Film als zu anspruchsvoll; zugleich erkannte man dort, daß man offensichtlich das falsche Drehbuch ausgesucht hatte.
Einzigartig in der Fernsehgeschichte war das, was dann folgte. NBC gab einen zweiten Pilotfilm in Auftrag, der aber nicht mehr als 300000 Dollar kosten durfte (was nicht weiter schwierig war, da die Dekorationen ja aus dem Etat für den ersten Film finanziert worden waren) und den Roddenberry innerhalb einer Woche fertigstelIen mußte, um zu beweisen, daß er bei einer möglichen Serie die Drehzeit einhalten konnte, um termingerecht die jeweilige Episode abliefern zu können. Roddenberry ignorierte weitgehend die Kritiken am ersten Pilotfilm und nahm lediglich Majel Barrett heraus, die aber dann über einen Umweg in einer bedeutend kleineren Rolle wiederkehrte.
Diesmal wurde der Film rechtzeitig fertig und überschritt das Budget um vertretbare zehn Prozent.
Obwohl der zweite Pilotfilm keineswegs anspruchsloser war, fand der zweite Anlauf, »Where No Man Has Gone Before«, Zustimmung bei
den Verantwortlichen von NBC. Roddenberry durfte mit der Produktion seiner Serie beginnen, deren erste Episode am 8. September 1966 ausgestrahlt wurde.
Gegen Ende der ersten Season wollte NBC Star Trek zum erstenmal aus dem Programm nehmen; argumentiert wurde mit dem angeblich geringen Zuschauerinteresse, das der Serie als höchste Notierung den Platz 52 verschaffte. Als die geplante Streichung der Serie publik wurde, rief »The Committee« - bestehend aus den SF-Größen Poul Anderson, Robert Bloch, Lester DeI Rey, Harlan Ellison, Philip Jose Farmer, Frank Herbert, Richard Matheson, Theodore Sturgeon und A. E. van
Vogt - zur ersten Briefaktion auf, die NBC davon überzeugte, daß Star Trek doch beliebter war, als die Einschaltquoten hatten vermuten lassen. Eine zweite Season wurde angekündigt und verwirklicht, die Serie mußte aber auf einem ungünstigeren Sendeplatz weiter um ihr Publikum kämpfen.
Im Zuge dieses Kleinkriegs mit dem Studio zog sich Roddenberry bereits ansatzweise von Star Trek zurück und ließ als Produzenten Gene L. Coon und John Meredyth Lucas agieren.
Auch ein Jahr später stand die Serie wieder auf der Abschußliste, da sich laut NBC immer noch zu wenig Zuschauer für Star Trek interessierten. Eine daraufhin einsetzende Briefflut wütender Fans, die für ihre Serie kämpften, überzeugte NBC vom Gegenteil, und Roddenberry erhielt die Erlaubnis für eine dritte Season.

Da man bei NBC aber ohne Zweifel darauf aus war, die Serie im dritten Anlauf endlich streichen zu können und so den doch recht unbequemen Gene Roddenberry loszuwerden, bekam sie einen noch schlechteren Sendeplatz, der das sichere Ende bedeutete. Gene Roddenberry zog sich angesichts dieser NBC-Entscheidung noch mehr von >seiner< Serie zurück und ließ Fred Freiberger seinen Platz einnehmen, der in der zweiten Season gemeinsam von Gene L. Coon und John Meredyth Lucas besetzt gewesen war. Mit dem Ende der dritten Season war auch das Ende der Serie gekommen. Sie wurde im Jahr 1969 eingestellt, und nichts deutete in diesem Moment darauf hin, was in den folgenden Jahrzehnten aus dieser eigentlich erfolglosen Serie werden sollte.
Im gleichen Jahr heiratete Roddenberry Majel Barrett, nachdem seine erste Ehe mit Eileen Rexroat geschieden worden war. Aus dieser Ehe stammten zwei Töchter, Darleen und Dawn. Mit Majel Barrett hatte Roddenberry einen Sohn, Eugene jr.
Mit dem zunächst endgültig scheinenden Aus begann aber dann erst das wirkliche Leben von Star Trek, nachdem NBC die Episoden an die zahllosen lokalen TV -Sender in den USA verkauft hatte. Bessere Sendezeiten brachten endlich das Publikum, auf das man seinerzeit zwar gebaut hatte, das aber angesichts der schlechten Termine nur sehr wenig von der Serie mitbekommen hatte.
In den Jahren nach 1969 zeigte sich für Roddenberry, daß Star Trek ein Zufallstreffer gewesen war. Seine Versuche, mit anderen Serien erneut Fuß zu fassen, führten zur Produktion von Pilotfilmen, aber diese gingen nie in Serie. Genesis 1I, Spectre und The Questor Tapes stießen nicht auf weitergehendes Interesse bei den Sendern.
Ähnlich wie die meisten Schauspieler aus Star Trek wurde auch Roddenberry ein Gefangener seiner eigenen Schöpfung. Auch ein Versuch, in der Spielfilmproduktion Fuß zu fassen, scheiterte. Das Ergebnis dieses Versuchs war 1970 der Film Pretty Maids All in a Row, bei dem Roddenberry als Produzent und Drehbuchautor tätig wurde.
Da niemand sich für seine neuen Projekte interessierte, beschloß Rod
denberry, aus jener Serie Profit zu schlagen, die viel zu früh eingestellt worden war: Star Trek. Er gründete »Star Trek Enterprises«, ein Versandunternehmen, das zunächst Originalmaterial aus den Episoden verkaufte, dann aber auf alle serienbezogenen Artikel umgestellt wurde.
Als 1972 die erste Star Trek-Convention abgehalten wurde, die Besucherzahlen in den folgenden Jahren massiv anstiegen und schließlich auch die Zahl der Conventions immer größer wurde, wurde klar, daß Roddenberrys Idee viel mehr Menschen ansprach, als die schlechten Einschaltquoten bei NBC hatten vermuten lassen. 1973 gelang die nächste Überraschung: Star Trek kehrte als Zeichentrickserie auf den Bildschirm zurück, hielt sich aber nicht allzu lange. Mit dem einsetzenden Erfolg der alten Episoden kamen fast zwangsläufig Gerüchte über eine Neuauflage auf, die sich noch Jahre halten sollten.

Gene Roddenberry war zwar 1975 der Ansicht, daß Star Trek besser in Form von sporadischen Fernsehfilmen zurückkehren sollte, war aber auch einem Kinofilm nicht abgeneigt. Im gleichen Jahr wurde erstmals die Produktion eines Kinofilms in Aussicht gestellt, der noch im Dezember Premiere haben sollte. Diese Meldung erfüllte sich nicht, aber in den folgenden Jahren wurde immer wieder spekuliert, wie die Auferstehung der Serie aussehen konnte.
1977 wurde die Idee konkreter, als mehrere Drehbücher geschrieben und erste Kulissen für eine neue Serie gebaut wurden. Doch es sollte noch immer einige Zeit dauern, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt würde. Am 28. März 1978 wurde auf einer Pressekonferenz Star Trek - The Motion Picture angekündigt; die Serie sollte also als Kinofilm Auferstehung feiern. Das Premierendatum 7. Dezember 1979 wurde auch eingehalten, nur das Budget des Films schien sich zu verselbständigen und endete schließlich bei rund 44 Millionen Dollar. Roddenberry erhielt lsaac Asimov als wissenschaftlichen Berater, der aber - so Roddenberry - lediglich die Funktion erfüllen sollte, Roddenberrys Ideen auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen. Paramount befürchtete zweifellos, daß Roddenberry keine in sich schlüssige Geschichte erzählen würde.
Letzteres war zwar nicht der Fall, aber der Film verursachte bei den Zuschauern mehrheitlich Enttäuschung, da Roddenberry offensichtlich nicht bemerkt hatte, daß er inhaltlich eigentlich nur die Episode »The Changeling« neu verfilmt hatte. Nur mit Mühe konnten die stolzen Produktionskosten eingespielt werden, doch ein zweiter Film wurde mit jedem Dollar, der mehr eingenommen wurde, wahrscheinlicher. Und im
Mai 1981 wurde er dann auch angekündigt: Star Trek 1I - The Wrath o[
Khan.
Nach den schlechten Erfahrungen mit dem ersten Film entzog Paramount Roddenberry die Kontrolle über den Film, er sollte Produzent ohne jeden Einfluß auf das Drehbuch sein. Roddenberry verzichtete und wählte statt dessen die Rolle des Ausführenden Produzenten, die ihm zwar die Möglichkeit gab, alles zu kommentieren, was ihm nicht gefiel, ihn aber andererseits von der Verantwortung für etwaige Fehler befreite, die die Fans ihm sonst angelastet hätten.
Roddenberrys Platz als Produzent wurde von Harve Bennett übernommen. Nachdem Paramount sich des lästigen Einflusses von Roddenberry auf seine Serie weitgehend entledigt hatte, wurde auch bei den folgenden Filmen nach diesem Muster verfahren.
Am 4. September 1985 erhielt Gene Roddenberry seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Farne.
Der weltweite Erfolg von Star Trek IV - The Voyage Horne ließ Paramount nicht ruhen; Roddenberry konnte mit einem Trick für die Fortsetzung der Serie gewonnen werden, indem man ihm gegenüber beiläufig erklärte, daß man zwar Interesse an einer neuen Serie habe mit ihm in führender Position, es aber für unmöglich halte, daß irgend jemand also Roddenberry eingeschlossen - es schaffen könnte, den Erfolg von Star Trek zu wiederholen. Das ließ Roddenberry nicht auf sich sitzen und entwickelte eine neue Serie, die ihn vor ein erhebliches Problem stellte. Orientierte er sich zu sehr an der alten Serie, lief er Gefahr, daß die neue Serie als bloße Kopie abgetan werden würde. Kam er allerdings mit einem völlig neuen Konzept, hätte man ihm Etikettenschwindel vorwerfen können, da der Bezug zu Star Trek sich nur im Namen manifestierte. Roddenberry nahm sich schließlich die alte Serie zur Grundlage und entwickelte sie fort in eine noch fernere Zukunft. Mit dieser entstandenen Zeitspanne von letztlich knapp unter achtzig Jahren war es ihm möglich, neue Verhältnisse zu schaffen.

Die Serie, die Star Trek - The Next Generation heißen sollte, sorgte aber schon lange vor ihrer Produktion für erhebliche Unruhe. Nicht nur, daß sich einige der Schauspieler aus der alten Serie gegen eine Neuauflage aussprachen, auch die Fans probten den Aufstand und nannten Roddenberry einen Verräter, obwohl sie noch gar nicht wussten, was sie erwartete. Allen Protesten zum Trotz ging Star Trek - The Next Generation in Produktion; Premiere für den Pilotfilm war das erste Oktoberwochenende 1987. Paramount wählte den Weg des Direktverkaufs der Serie an die vielen kleinen Sender, anstatt sich an eines der großen Networks zu wenden. Noch lange vor Fertigstellung des Pilotfilms war Star Trek - The Next Generation bereits an 150 Privatsender verkauft worden, womit 90 Prozent aller US-Haushalte erreicht werden konnten.
Zahlreiche personelle Veränderungen ereigneten sich in der Phase, in der sich Star Trek - The Next Generation etablieren sollte. Die Entwicklung der Charaktere litt unter den zahlreichen Wechseln, zudem schrieb Roddenberry alle Drehbücher um, die nicht seiner Idee einer friedlichen Zukunft entsprachen, wodurch die Figuren sich ebenfalls nur mühsam entwickeln konnten.
Das Zuschauerinteresse an Star Trek - The Next Generation übertraf dennoch sogar Roddenberrys kühnste Erwartungen, da nach wenigen Episoden bereits die zweite Season angekündigt wurde, die im Herbst 1988 startete. Mit Beginn der zweiten Season hatten 216 US-Sender die Serie im Programm, womit praktisch alle Haushalte in der Lage waren, Star Trek - The Next Generation zu empfangen.
Mit zunehmendem Alter der Serie wurde auch Roddenberrys übermächtiger und manchmal hinderlicher Einfluss schwächer, was nicht zuletzt eine Folge seiner angeschlagenen Gesundheit war. Die Atmosphäre mancher Episode wurde weitaus düsterer, als dies bei einem umfassenden Einfluss von Roddenberry möglich gewesen wäre. Die fünfte Season von Star Trek - The Next Generation wurde überschattet von Roddenberrys Tod. Bemerkenswert war, daß Roddenberrys Bedeutung für die Serie eigentlich erst in den Nachrufen einem breiten Publikum bekannt wurde.
Seine Position bei Star Trek - The Next Generation wurde von Rick Berman übernommen, der bereits seit langem die Entwicklung der Serie maßgeblich kontrollierte.
Seinen Einfluß hatte Roddenberry ein letztes Mal geltend gemacht, als Nicholas Meyer versuchte, im sechsten Kinofilm die Rolle der Saavik wiederaufleben zu lassen, die sich aber (wie später Valeris) als Verräterin entpuppen sollte. RoddenbeJ:ry war es zu verdanken, daß es nicht dazu kam, sondern ein neuer Charakter geschaffen wurde, dem diese unehrenhafte Aufgabe zufiel.Gene Roddenberry verschied noch vor Vollendung des sechsten Films (der ihm dann gewidmet wurde) am 24. Oktober 1991 in Santa Monica nach einem Herzanfall, der sich bei einem Routinebesuch bei seinem Arzt ereignete. Er wurde zwar noch in das gegenüber der Arztpraxis gelegene Santa Monica Hospital Center gebracht, dort starb er aber um 14.46 Uhr.