Nicole de Boer
Nicole deBoer wurde am 20 Dezember 1970 in Scarborough, einem Teil von Toronto, geboren. Freunde und Verwandte beschrieben Nicole immer als ein sehr schüchternes Kind, weswegen sie ihre Eltern Ted und Dorothy mehr als überraschte, als sie ihnen im Alter von neun Jahren erzählte, daß sie die Rolle der Dorothy in der Schulaufführung von “Der Zauberer von Oz” erhalten hatte. Für Nicole war das Schauspiel etwas, in dem sie ihre Schüchternheit ablegen und zu jemand völlig anderem werden konnte. Ihr erster Auftritt vor versammelter Elternschaftb gefiel ihr schließlich auch so gut, dass sie gerne weiterhin in diesem Bereich tätig sein wollte. Nachdem sich ihre Eltern einverstanden erklärt hatten, half ihr ihre Großmutter dabei, einen Agenten zu finden. Von da an schlossen sich mehrere Werbespots, kleinere Rollen in verschiedenen Fernsehfilmen und eine Menge Arbeit am Theater an. Bei einem Weihnachtsspecial, das im kanadischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, durfte die kleine Nicole sogar neben Red Skelton und Vincent Price spielen. Bis zum erreichen der Pubertät spielte Nicole in den unterschiedlichsten Produktionen mit, als sie jedoch in ihre rebellische Phase eintrat und sich die Haare bedenklich stutzte, war sie im Fernsehen nicht mehr vorzeigbar, weswegen sie sich auf das Theater konzentrierte, da sie dort problemlos eine Perücke tragen konnte.
Mit 17 entschloss sie sich, die Schauspielerei professionell anzugehen, weshalb sie sich erst einmal ihre Haare nachwachsen ließ und sich dann aktiv bemühte, aus ihrer Leidenschaft eine Karriere zu formen. Ein erster Erfolg stellte sich 1987 ein, als sie für die CBC (Canadian Broadcasting Company) Serie “9B” verpflichtet wurde. Dort hielt es sie jedoch nicht lange und so verfolgte sie eine weitgefächerte Laufbahn mit den unterschiedlichsten filmischen Möglichkeiten. Naturgemäß tauchte sie in verschiedenen Fernsehserien als Gaststar auf, da viele dieser Produktionen in Kanada gedreht werden. Die Verlagerung der Produzenten einer Serie aus den USA nach Kanada hat vor allem finanzielle Gründe, aber dafür müssen die Produzenten auch weit mehr kanadische Schauspieler für Gastrollen engagieren. Und da das Schauspielerreservoir in Vancouver und Toronto nicht so groß ist wie beispielsweise in Los Angeles, ist es für angehende Mimen auch leichter, für Serienauftritte verpflichtet zu werden.
Über die Jahre konnte man Nicole in verschiedenen, phantastischen Serien sehen. Im Pilotfilm zur Vampir-Serie “Nick Knight” hatte sie eine Rolle, ebenso wie in William Shatners “TekWar” und “Psi Factor”. Auch in “Outer Limits” konnte man sie zweimal sehen, wobei vor allem ihr Auftritt in der Episode “Krieg der Planeten” den SF-Fans im Gedächtnis blieb.
Ihr Filmdebüt gab Nicole 1990 in “The Kissing Place”, woraufhin sie sich hauptsächlich mit Fernsehfilmen beschäftigte. Darunter schlichen sich jedoch immer wieder einmal Kinofilme wie “Prom Night- Evil of Darkness”, der vierte Teil einer Filmserie, die auf den lange ausgetretenen Pfaden von Vorbildern wie “Halloween” wandelte. Das Beste an dieser Produktion aus dem Jahr 1992 war dementsprechend auch Nicole, die in den Credits des Films noch als Nikki deBoer aufgeführt wurde.
Bemerkenswerter war da schon “National Lampoon´s Klassenfahrt”, der zwar auch nicht große Kunst ist, dafür aber sehr gut unterhält, so dass man auch High School-Komödien etwas abgewinnen kann. Die bislang größte und wichtigste Rolle außerhalb von “Star Trek: Deep Space Nine” hatte Nicole jedoch in dem preisgekrönten SF-Film “Cube”.
Dieser Low-Budget-Film bietet außergewöhnlich spannende Unterhaltung, bei der Nicole als Mathematikgenie überzeugt. Hatte Nicole zuvor schon in vielen phantastischen Produktionen mitgewirkt, so wurde ihr Name durch den Erfolg, den “Cube” bei Publikum und Kritik hatte, deutlich bekannter, wobei vor allem SF-Fans sich ihren Namen zu merken begannen.
Was Serienkost betraf, so war Nicole schon vor ihrem Einsatz als Ezri bei so mancher Serie als eine der Hauptdarstellerinnen dabei. Neben der kanadischen Serie “Beyond Reality” dürfte hierzulande vor allem die Musikserie “Catwalk” bekannt sein. In SF-Gefilde begab sich die Schauspielerin mit der Serie “Deepwater Black”, die jedoch nach wenigen Folgen wieder eingestellt wurde und bisher keinen deutschen Interessenten gefunden hat. Noch vor “Star Trek: Deep Space Nine” drehte sie in Neufundland die Serie “Dooley Gardens”, die aber erst im letzten Jahr zur Aufführung kam. Seit dem Ende von “Star Trek: Deep Space Nine”, was leider auch den Abschied von Ezri Dax bedeutete, war Nicole in zwei Fernsehfilmen zu sehen. Und auch künftig werden Fans von Nicole deBoer nicht zu kurz kommen, wobei man erwarten darf, dass sie wohl immer wieder zur Phantastik zurückkehrt. Denn immerhin ist sie nicht nur selbst ein Fan des Genres, sondern erlebt auch stets auf Neue, wie gut die Science Fiction und ihre Fans zu ihr sind. Doch man kann davon ausgehen, dass sie im Moment sowieso im siebten Himmel ist, da sie am 18. Dezember 1999 geheiratet hat. Der Glückliche ist John Kastner, der der Lead-Sänger der Rock-Band “All Systems Go” ist.
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Star Trek - Das nächste Jahrhundert

