Vidiianer
Die Heimatwelt der Vidiianer heißt Vidiian III. Die humanoiden Angehörigen der vidiianischen Bruderschaft wurden vor 2000 Jahren Opfer einer Viruserkrankung, der Phage oder auch Fresszelle. Die Auswirkungen waren grauenvoll und diese Gesellschaft von bisher im gesamten Delta-Quadranten hochgeschätzten Intellektuellen und Philosophen war gezwungen, all ihre Energien der Suche nach einem Heilmittel zu opfern.
In zwei Jahrtausenden haben die Vidiianer kaum Fortschritte gemacht. Täglich sterben Tausende. Die tödliche Seuche zerstört den genetischen Code und die Zellstruktur der Vidiianer. Um diese Auswirkungen zu kompensieren, wurden die einstigen Gelehrten zu rücksichtslosen Piraten und Mördern und stahlen die Organe anderer Völker. Ursprünglich beschränkten sie sich dabei auf Verstorbene, doch nun entnehmen sie Organe auch lebenden Körpern. Der Kampf gegen die Krankheit hatte Auswirkungen auf die vidiianische Moral: Andere Lebewesen werden ohne Skrupel gefangen und getötet. Die Vidiianer halten dieses Vorgehen für gerechtfertigt, da die Organe eines Opfers einem Dutzend Vidiianern das Leben retten könnte. Die unfreiwilligen "Organspender" werden meist lebend gekidnappt, in Gefangenschaft gehalten und über eine längere Zeitspann hinweg "benutzt". Ein talaxianischer Gefangener enthüllt, dass die Vidiianer sechs Jahre lang seiner 23-köpfigen Frachter-Crew Organe entnommen haben - wodurch vermutlich das Leben von rund 300 Vidiianern gerettet wurde.
Die Phage hat dazu geführt, dass die Vidiianer differenzierte medizinische Techniken entwickelt haben. Sie können Organe von Luftatmern biochemisch anpassen und verfügen über fortgeschrittene immunogenetische Verfahren. Sie sind imstande, DNS-Sequenzen zu isolieren und zu extrahieren. In ihren Datenbanken haben die Vidiianer Tausende Heilmittel für Krankheiten und Leiden gespeichert. Sie sind jedoch noch immer nicht in der Lage die Phage zu heilen oder zu lindern. Vidiianische Wissenschaftler glauben, dass klingonische DNA ihnen die Antwort liefern könnte, aber sie hatten bislang kaum Gelegenheit Klingonen zu untersuchen. Die Vidiianer werden normlaerweise in der Kindheit von der Phage infiziert und sie beginnen sofort damit, die Symptome zu behandeln. Doch die Phage und die ständigen chirurgischen Eingriffe hinterlassen ihre Spuren. Die Vidiianer sind grauenhaft entstellt, ihr Fleisch zersetzt sich und ihre Körper verändern sich fortwährend, wenn neue Transplantationen hinzugefügt werden. Diese grotesken Transplantate repräsentieren die verschiedenen Spezies, die unfreiwillig ihre Organe beigesteuert haben.
Manchmal setzen die Vidiianer ihre medizinischen Fähigkeiten für kosmetischeOperationen an sich selbst ein. Chefchirurg Sulan transplantiert das Gesicht von Lieutenant Peter Durst auf sein eigenes um einen Klon von B'Elanna Torres mit rein klingonischen DNS-Code zu beeindrucken - was ihm nicht gelingt. Die Phage ist derart virulent, dass die Ergebnisse der chirurgischen Eingriffe selten einen langen Bestand haben. Die medizinischen Laboratorien der Vidiianer liegen meist unter der Oberfläche und sind durch Kraftfelder gut abgeschirmt. Die Organverarbeitung ist eine wichtige Abteilung aller vidiianischen Einrichtungen. Wegen ihrer Schwäche setzen die Vidiianer Sklaven für anstrengende Routinearbeiten im Bergbau oder Bauarbeiten ein. In größeren Gruppen sind die Vidiianer gut vorbereitet um Raumschiffe zu entern und sich "Organspenden" mit Gewalt zu verschaffen. Ihre Gefangenen erwartet ein grausames Schicksal. Die beliebteste Waffe der Vidiianer ist ein kleines gegabeltes Gerät, das auch als medizinischer Scanner eingesetzt werden kann. Es kann sowohl Organe entfernen als auch Lebenszeichen orten. Mit holographischer Medizin haben die Vidiianer kaum Erfahrung. Dr. Danara Pel ist erstaunt, als ihre Gehirnwellen in ein holographisches Abbild ihrer selbst übertragen werden. Doch auch nach dieser Hilfestellung durch die Crew der USS Voyager müssen die Vidiianer ihre Suche nach einer dauerhaften Behandlung fortsetzen.
